Pastoralversammlung am 11.11.2010 in St. Serge Paris

Am 11.November 2010 wurde am Institut Saint Serge (Paris) die jährliche Pastoralversammlung unseres Erzbistums mit einem Thema abgehalten, das alle Mitglieder der Kirche betrifft: Das missionarische Bewusstsein der Kirche und die Eucharistie im Leben unserer Gemeinden.

Die Diskussionen waren sehr fruchtbar und man kann zweifellos davon profitieren, wenn sie bei anderen Gelegenheiten fortgesetzt werden.

Aber was während der Versammlung besonders auffiel, war die Atmosphäre dieses Tages, das Ausmaß der persönlichen Begegnungen, die Darstellung des Leibes der Kirche, die Vereinigung der Erzdiözese um ihren Erzbischof.

"Nicht dass wir Herren über euren Glauben wären, sondern wir sind Mitarbeiter an eurer Freude". Mit diesen Worten des Apostel Paulus (2. Kor 1,24) begrüßte Seine Eminenz Erzbischof Gabriel die Teilnehmer der Versammlung.

Diese Worte, die auch von anderen Teilnehmern aufgenommen wurden, setzten ein Zeichen für diesen Tag. Es haben etwa 70 Personen, die meisten Kleriker, an der Versammlung teilgenommen. Sie kamen aus Deutschland, Belgien, Frankreich, England und Italien, um die Liturgie gemeinsam zu feiern, um über praktische pastorale Fragen nachzudenken, zu diskutieren und um zu versuchen übereinstimmende Antworten oder wenigstens Lösungsansätze zu finden, aber auch um das gemeinsames Essen zu teilen, wo die Möglichkeit bestand freundschaftliche Kontakte zu knüpfen.

Kommunikation durch das Internet ist Teil unseres Lebens und unserer Bequemlichkeit. Es hat uns beträchtliche Horizonte sowohl für Information, als auch der Zusammenarbeit eröffnet. Aber persönliche Zusammenkünfte, nicht virtuelle, sind weiterhin notwendige Bedingung für die Gestaltung der Kirche. Sie zeigen sichtbar den Leib der Kirche, was für alle Gläubigen wichtig ist. Dank einer Vielzahl von Konferenzen, Besinnungen‚ Pilgerfahrten, die regelmäßig von Gruppen oder Gemeinden organisiert werden, haben viele Gläubige eine Begegnung mit der Kirche erfahren.

Sie erfahren, dass es bei bestimmten Momenten in ihrem Leben als Christen notwendig ist, in der Gemeinschaft zu leben. Dort teilen sie ihre Fragen und finden gemeinsam ihre Wege, ganz im Mysterium der Kirche zu leben.

Dies ist dasselbe was auch in der Pastoralversammlung geschieht, eben besonders im Zusammensein von Priestern und Diakonen.

Die große Mehrheit der Priester und Diakone in unserer Erzdiözese haben eine weltliche Arbeit und verrichten ihren priesterlichen Dienst in ihrer „Freizeit“. Ihre Berufstätigkeit erlaubt es ihnen nicht einfach während der Woche zu reisen; und ihr pastoraler Dienst hält sie an den Wochenenden in ihren Gemeinden. Deshalb ist es für sie fast unmöglich, sich mehr als einmal im Jahr zu treffen. Pastorale Versammlungen in unserer Diözese sind durch notbedingte Seltenheit umso kostbarer geworden. Die Geistlichen treffen sich um vielfältige Fragen, die sie im täglichen Gemeindeleben beschäftigen, diskutieren zu können und um Erfahrungen auszutauschen.

Obwohl das ganze Gottesvolk den mystischen Leib Christi darstellt und die Verantwortung für die Kirche trägt, haben die unter den Gläubigen, die die Ordination angenommen haben, sich zur regelmäßigen Feier der Gottesdienste und zur Beständigkeit ihres Einsatzes verpflichtet. Dies hebt ihren Dienst im Herzen der Gemeinde heraus und betont das Gewicht ihrer Verantwortung erheblich.

Erzbischof Gabriel vermied nicht das Gewicht dieser Verantwortung zu untersteichen. Gleichzeitig aber betonte er wie wichtig ein gewisser kreativer freiheitlicher Geist sei, der das spezifische Charisma der Diözese ausmacht. Er war sehr erfreut, dass im Herzen der Geistlichen der Diözese ein Gleichklang immer sichtbarer wird. Die pastorale Versammlung sagt er, tröstet ihn in dem freudevollen Gefühl, dass die Atmosphäre im Herzen der Geistlichen die einer einigen Familie ist.