Die heilige apostelgleiche Nino,

 

die Erleuchterin Georgiens

 

Ihr orthodoxer Gedenktag ist der 14. Januar, der katholische ist der 15. Dezember.

Die armenische Kirche gedenkt ihrer am 29. Oktober.

 

Die heilige Nino (auch Nina - mit eigentlichem Taufnamen Christiana - auf georgisch წმინდა ნინო) wurde um 325 in Kappadokien - einer Landschaft in Zentralanatolien in der heutigen Türkei - geboren. Da die heilige Nino als Sklavin geboren worden war, floh sie aus der Knechtschaft über den Kleinen Kaukasus in das Königreich Iberien im heutigen Georgien. In dessen Hauptstadt Mzcheta lebte sie zunächst in einer Hütte. Da sie ein großes Wissen um die Heilkraft der Pflanzen besaß, erwarb sie sich schnell den Ruf einer heilkundigen weisen Frau. Als ein krankes Kind nach landesüblicher Sitte durch die Straßen getragen wurde, um Heilung zu finden, nahm sie sich des Kindes an, machte es unter Gebeten gesund und gab es der Mutter zurück. Als die todkranke georgische Königin Nana von Kolchis davon erfuhr, ließ sie sich zu Nino bringen und wurde ebenfalls von ihr geheilt.

König Mirian III. wollte sie mit Gold und Silber belohnen, doch Nino lehnte das ab. Sie verwies auf Gott, der ihr die Kraft zur Heilung gegeben habe. Als Mirian auf einer Jagd von einer plötzlichen Finsternis überrascht wurde, versprach er nach vergeblichen Gebeten an die überkommenen Götter, er werde ab jetzt den christlichen Gott verehren, wenn dieser ihn aus seiner Notlage befreien würde. Nachdem König Mirian daraufhin gerettet wurde, erhob er 326 das Christentum zur Staatsreligion. Die Heilige unterwies nun die Iberier im christlichen Glauben und veranlasste, dass eine erste Kirche erbaut wurde. Als die Kirche vollendet war, schickte man auf Ninos Empfehlung einen Gesandten zu Kaiser Konstantin dem Großen nach Konstantinopel und bat darum, christliche Bischöfe und Priester nach Georgien zu entsenden.

Die heilige Nino lebte später als Einsiedlerin im Kaspischen Gebirge in oder nahe einem dortigen Kloster. 361 erkrankte sie auf der Rückreise von Tuschetien, einem Gebiet im Osten Georgiens, an ihren Wohnort. Sie starb nach heutiger Zeitrechnung ungefähr im Jahre 361 bei Bodbe in der Region Kachetien und wurde dort begraben. König Mirian ließ über ihrem Grab eine Kirche errichten. Später wurde dort ein orthodoxes Kloster, Ninozminda, gegründet. Heute beherbergt das Kloster in Bodbe ein Nonnenkonvent zu Ehren des heiligen Großmärtyrers Georg.

Zeit ihres Lebens trug die heilige Nino ein Weinrebenkreuz bei sich, das von einer Locke ihres eigenen Haares zusammengehalten wurde. Dieses Weinrebenkreuz der heiligen Nino wird noch heute im Ikonostas der Sioni-Kathedrale in Tiflis aufbewahrt. Die ganze orthodoxe Kirche verehrt die heilige Nino im Range einer Apostelgleichen und rühmt ihr Andenken mit dem Titel der „Erleuchterin Georgiens“.

Quelle: Zusammengestellt von Thomas Zmija-Horjanyj.

 

Basilika über dem Grab der Heiligen Nino in Bodbe in Georgien
Basilika über dem Grab der Heiligen Nino in Bodbe in Georgien