Die heilige Märtyrerin Cäcilia von Rom

 

Die heilige Jungfrau Cäcilia lebte Anfang des 3. Jahrhunderts in Rom. Sie entstammte einem plebejischen Geschlecht, der Gens Caecilia. Besonders gegen Ende der römischen Republik zählte es zu den wichtigsten Familien der Stadt. Die männliche Namensform lautete Caecilius, die weibliche Caecilia. Unter diesem Geschlechternamen (Familiennamen) ist uns die heilige Cäcilia aus ihrer Vita bekannt. Die Heilige war eine kluge und hübsche Frau aus vornehmem Hause, die sich von Kindheit an vom Jungfrauenstand angezogen fühlte. Ihre Eltern jedoch verheirateten sie mit dem vornehmen, heidnischen Jüngling Valerianus. Im Brautgemach offenbarte sie ihrem Bräutigam, dass ein Engel sie in ihrer Reinheit beschütze. Valerianus gestand ihr die jungfräuliche Unberührtheit unter der Bedingung zu, dass auch er den Engel sehen dürfe. Darauf bewegte sie ihn, den greisen römischen Bischof Urban aufzusuchen und sich im christlichen Glauben unterweisen und taufen zu lassen. Denn nur im Stande der Gnade könne er den Engel sehen. Valerianus nahm den christlichen Glauben an und wurde von Bischof Urban getauft. Zu Cäcilia zurückgekehrt, sah auch er den Engel bei ihr. Dieser reichte ihnen Kränze von Lilien und Rosen, die den Raum mit einem himmlischen Duft erfüllten. Als in diesem Augenblick der Bruder des Valerianus, Tiburtius, hinzukam, wunderte er sich über den Rosenduft und so wurde auch er zum christlichen Glauben bekehrt. Da Valerianus und Tiburtius während der Verfolgungen unter dem Soldatenkaiser Severus Alexander verbotenerweise hingerichtete Christen beerdigten, wurden sie ins Gefängnis geworfen. Für die Bewachung der beiden vornehmen Römer war der aus dem römischen Ritterstand stammende Maximus zuständig. Als es nun Valerianus und Tiburtius gelang, auch diesen zum christlichen Glauben zu bekehren, ließ der römische Stadtpräfekt Almachius zuerst Maximus mit Bleistangen schlagen und danach alle drei enthaupten. Die heilige Cäcilia begrub die drei heiligen Märtyrer zusammen. Der Stadtpräfekt versuchte nun, den Besitz der drei hingerichteten Christen an sich zu bringen und bedrohte deshalb die verwitwete Cäcilia. Diese war sich der Gefahr für Ihr Leben durchaus bewusst. Deshalb überzeugte die Heilige die Sklaven und Clienten ihres Haushaltes, ebenfalls den christlichen Glauben anzunehmen. Daraufhin taufte Bischof Urban zusammen mit 400 anderen Katechumenen auch das gesamte Hauspersonal und die Schutzbefohlenen der Gens Caeciliae. Bald darauf ließ Almachus sie verhaften und nach einem heftigen Streit ließ er die Heilige in ein kochend heißes Bad einschließen. Als die heilige Cäcilia dies aber überlebte, versuchte der Henker, sie drei Mal mit Schwert zu enthaupten. Dies misslang jedoch und die schwer Verwundete überlebte diesen Hinrichtungsversuch noch um drei Tage. Als die Heilige ihr Ende nahen fühlte, vermachte sie ihren gesamten Besitz den Armen und bekehrte noch weitere Menschen, die sie auf ihrem Krankenlager besuchten, zum christlichen Glauben. Als die Heilige nach dreitägigem Leiden schließlich verstarb, wurde sie gekrümmt, wie sie bis zuletzt gelegen hatte, in ein golddurchwirktes Gewand gekleidet und in einen Sarg aus Zypressenholz gelegt. Bischof Urban bestattete sie in der Callistus-Katakombe neben den Bischöfen von Rom und weihte ihr Haus zur Kirche. Nach der Überlieferung wurden die Reliquien der heiligen Cäcilia im Jahre 1599 so vorgefunden, wie die Vita Lage und Bekleidung der Heiligen beim Begräbnis geschildert hatte. Das Fest der heiligen Märtyrerin wird in der orthodoxen und katholischen Kirche am 22. November begangen. Auch die armenische Kirche gedenkt dieser großen Heiligen am 27. November. Die heilige Cäcilia ist eine besonders volkstümliche Heilige in der gesamten lateinischen Christenheit und ihr Name wird beim Gedächtnis der Heiligen in der römischen Form der Göttlichen Liturgie an besonderer Stelle genannt. Die abendländische Kirche ehrt sie auch als Schutzpatronin der Kirchenmusik.