Der heilige Märtyrer Clemens,

 

Bischof von Rom 

 

Gedenktag 24. November

Zusammengestellt von Thomas Zmija-Horjanyj 

Der heilige Clemens von Rom, war einer der Apostolischen Väter. Sein lateinischer Name bedeutet der Sanftmütige. In der Liste der Bischöfe von Rom wird er vom heiligen Irenäus von Lyon als dritter oder vierter genannt: Simon Petrus, Linus, (Anaklet), Klemens. Seine Amtszeit als Bischof in Rom wird in etwa auf die Zeit von 88-97 n. Chr. datiert. Unter Klemens, der noch mit dem heiligen Aposteln Petrus und Paulus zusammengearbeitet hat, bekehren sich führende Angehörige des römischen Adels und des Kaiserhauses zum Christentum. Vermutlich war der heilige Clemens ein hellenistischer Jude mit guter Kenntnis der Heiligen Schriften und einer profundern, philosophischer Bildung. Die römische Kirche San Clemente in Rom steht wahrscheinlich über den Fundamenten seines Wohnhauses.

Der Heilige starb als Märtyrer auf der Krim und wurde mit einem Anker um den Hals im Schwarze Meer versenkt. Später wurden seine Reliquien wieder aufgefunden. Als der heilige apostelgleiche Großfürst Vladimir im Jahre 988 im Baptisterium der Kathedralkirche von Cherson die Taufe erhalten hatte und dort auch die Ehe mit der purpurgeborenen oströmischen Prinzessin Anna geschlossen hatte, berichten uns altrussischen Quellen, dass der Großfürst "…Priester von Cherson mit den Reliquien des heiligen Clemens und seines Schülers Phöbus nach Kiew mitgenommen…" habe. Nach der Fertigstellung der Zehentkirche (Desjatina) in Kiew wurden neben "allem anderen, was er (der heilige Vladimir) in Korsun-Cherson mitgenommen hatte", auch die Clemensreliquien an diese Kirche gegeben. Spätestens seit dem Jahr l048 lässt sich das Haupt des heiligen Clemens in Kiew nachweisen. Heute ruht es in der Lawra des Kiewer Höhlenklosters.

Der heilige Klemens erlangte durch einen später viel gelesenen Brief, den ersten Klemensbrief, an die Gemeinde in Korinth Bekanntheit. Auch wenn dieser Brief an die Korinther nicht in das Neue Testament aufgenommen worden ist, gehört er jedoch zu den bedeutendsten Schriften der alten Kirche. Der lange Brief besteht aus 65 Kapiteln. Darin beschreibt er die Situation der römischen Gemeinde am Ende des ersten Jahrhunderts, die, obwohl sie Verfolgung erlitt, fest in Glaube und Liebe zusammenhielt. Clemens erinnert daran, „dass den einzelnen Gliedern des Leibes Christi gemäß der empfangenen Berufung verschiedene Dienste und Aufgaben zukommen. Die Unterscheidung der hierarchischen Ämter (des Priestertums) von den Diensten der Gläubigen (der Laien als dem Volkes Gottes) stellt dabei kein Problem dar.“ Abgefasst wurde der Brief kurz nach der Verfolgung durch Kaiser Domitian (95-96). Anlass zur Abfassung des Briefes waren Wirren in der Gemeinde von Korinth. Der Brief ist ein schönes Beispiel für die apostolische Struktur der Kirchenverfassung in der frühchristlichen Kirche, die in der Orthodoxie bis heute treu bewahrt worden ist. Die Kirche von Rom wandte sich durch ihren Bischof in liebevoller Ermahnung an die Kirche von Korinth. Auch diese war durch den heiligen Apostel Paulus gegründet worden und damit apostolischen Ursprungs. Die Kirche in Rom suchte nun als Erste unter Gleichen den orthodoxen Glauben in Korinth zu stärken, zu dem unverzichtbar auch die von den heiligen Aposteln gestiftete Kirchenstruktur gehört. So erkennt man im Brief des heiligen Clemens seine Sorge als Bischof der Lokalkirche von Rom um die Einheit der ganzen orthodoxen Kirche. Der zweite Klemensbrief ist besonders bedeutend als die vermutlich älteste nachbiblische christliche Predigt, die uns überliefert worden ist.